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Neben den rein organisatorischen und technischen, sind es gerade
die didaktischen Besonderheiten, die konventionelle Seminare von
Internetseminaren unterscheiden, die obendrein nicht synchron
geführt werden. Und natürlich beschäftigen sich
damit vor allem solche Dozenten, die das Stehpult zum ersten Mal
durch die Tastatur ersetzen, um ein webbasiertes Seminar zu leiten:
Wie geht man nun als Dozent in ein 12-wöchiges-Internetseminar?
Wie verändert elektronische Kommunikation die Rolle einer
Lehrkraft im Seminar? Was tun, wenn der Startschuss schon vor
Tagen gefallen ist, ohne dass Diskussionsbeiträge von den
Teilnehmern ankommen? Sollte der Dozent lieber die aufkommende
Nervosität unterdrücken oder Drohungen auffahren? Besser
ist, Ruhe bewahren: Vielleicht ist die Wochenthese unverständlich
oder es warten einfach alle auf jemanden, der den Anfang macht?
Oder, hat die Technik versagt? Wann und vor allem wie sollte ein
Dozent überhaupt eingreifen? Was tun, wenn die Diskussion
erlahmt oder gar brenzlig wird? Wie moderiert man aus der Ferne
ein Seminar, noch dazu, wenn unangemessen provokante Teilnehmer
Mut fassen? Und wie intensiv muss ein Dozent den Seminarverlauf
verfolgen? Es heißt, die Betreuung inklusive Vor- und Nachbereitung
seien wesentlich aufwändiger und zeitintensiver...
Welche Entlohnungsmodelle kommen in Frage? Kann man so ein Seminar
zwischenzeitlich auch für ein paar Tage unterbrechen, weil
Ostern oder eine Klausur in einem anderen Studienfach über
die Seminarteilnehmer "hereinbricht".
Nahezu jede Frage hätte einen eigenen Workshop verdient,
dennoch musste ein Tag reichen, um darüber mit den internetseminarerfahrenen
Dozenten Prof. Kramer Ph. D. und Prof. Dr. Wagner zu debattieren,
Gedanken und Ansichten auszutauschen. Dazu trafen sich im Herbst
vergangenen Jahres Dozenten, Studienbriefautoren, Mitglieder des
FVL-Fachausschusses "Sozialmanagement" / "Öffentliches
Dienstleistungsmanagement" und Interessenten verschiedener
Hochschulen zu einem ersten Workshop. Die meisten Fragen konnten
dann auch erschöpfend beantwortet und Unsicherheiten im Umgang
mit dem neuen Seminar-Medium und dem Programm diskutiert werden.
Gewiss ist, dass asynchrone Internetseminare - besonders durch
ihre Flexibilität in Zeit und Raum - enorme Vorteile für
Fernstudierende haben können - vorausgesetzt sie verfügen
über anspruchsvolle Inhalte und genügend Motivationsmasse
für alle Seiten. Gewiss ist auch, dass nicht nur Studierende
in solchen Seminaren lernen können, sondern auch Dozenten.
Häufig haben sich interessante Debatten in konventionellen
Seminaren schon verflüchtigt, bevor ein Student die Tür
schließen kann. Haben die Studierenden im Seminar dagegen
das Internet dabei, werden Diskussionsbeiträge schwarz auf
weiß dokumentiert. Ein "Das-hab'-ich-so-nicht-gesagt"
ist absurd. Und krumme Beweislagen sind noch eher erschüttert
oder auch mit zusätzlichen Informationen begradigt als gemeinhin
Tinte trocknen würde. Das heißt, hier haben Studierende
und Dozenten die enormen Datenmengen des Internet in der Hinterhand,
sie können sofort effektiv recherchieren, was immer offen,
fragwürdig oder einfach nur interessant genug ist.
Als seinerzeit die Software konzipiert wurde, stand fest: Sie
sollte so funktionell wie möglich, aber dennoch einfach und
selbstverständlich benutzerfreundlich sein. Vor allem in
Hinblick auf die betreuenden Dozenten, war klar: Der Umgang mit
der neuen Seminartechnologie durfte auf keinen Fall von vornherein
durch unnötige technische Hemmschwellen erschwert werden.
Das war neben der speziellen Seminar-Funktionalität die entscheidende
Aufgabe für die Programmierer vom Medienzentrum Helliwood
- unseres Partner-Providers fjs. Inzwischen läuft die Beta-Version
der so genannten "Seminarmaschine" im Dauertest: Sie
wird derzeit von einer Seminargruppe zweier kooperierender Hochschulen
(TFH Wildau und FHVR Berlin) in deren erstem Internetseminar erprobt.
An drei weiteren Hochschulen findet das erste FVL-Internetseminar
von Mitte März bis Mitte Juni statt. Zurzeit betreut Prof.
Dr. Wagner, der neben Prof. Kramer Ph. D. mit zum Entwicklerteam
und zum FVL-Fachausschuss "Sozialmanagement" / "Öffentliches
Dienstleistungsmanagement" gehört, die ersten FVL-Internetseminare.
Doch es ist schon absehbar, dass die Seminarmaschine auch in anderen
Studiengängen sowohl im Direktstudium als auch im Fernstudium
vor quasi "unerfahrenen" Dozenten ihren Test bestehen
muss.
Für alle die nachlesen möchten, was die Grundlage des
ersten Dozenten-Workshops war: Die beiden einleitenden Vorträge
von Kramer und Wagner, die auf Analysen, Trendbeobachtungen, didaktischen
Überlegungen und nicht zuletzt praktischen Erfahrungen beruhen,
sind auf einer CD-ROM für Dozenten abgelegt, die Sie über
die Fernstudienagentur
des FVL beziehen können. Enthalten ist auch ein Video
vom Workshop sowie einzelne Vortragssequenzen zu besonderen Internetseminar-Situationen.
Alle interessierten Dozenten haben auch die Möglichkeit,
sich auf www.comeniuscape.de einzuloggen und in ein Beispielseminar
zu schauen. Hier können Sie die wesentlichen Funktionen,
die einem Dozenten zur Verfügung stehen, kennen lernen und
ausprobieren. Die authentischen FVL Internetseminare sind allerdings
nicht von außen einsehbar.
Sollten sich beim Testen im Beispielseminar oder darüber
hinaus Fragen ergeben, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung:
Über die Lizenzgebühren und -vereinbarungen informiert
Sie die Fernstudienagentur
des FVL. Hier können Sie auch Näheres zu den Seminar-Inhalten
(Thesen, Links und spezielle Zusatzaufgaben) der o. g. Studiengänge
erfahren und bekommen bei Bedarf das Angebot zur technischen Betreuung
beim Partner-Provider zugeschickt. Autonome Installationen der
Seminarsoftware, z. B. auf einem Hochschulserver, sind ab Sommer
2001 möglich. Bei Fragen zu technischen Details wäre
der fjs die richtige Adresse - nutzen Sie am besten die Kontaktmöglichkeit
auf der rechten Funktionsleiste dieser Website. Bei speziellen
Fragen zur Didaktik vermittelt die Fernstudienagentur gern den
Kontakt zu ihren Internetseminar-Dozenten.
Übrigens plant die Fernstudienagentur des FVL im Herbst 2001
einen zweiten Workshop für Betreuer dieser Seminarform in
Berlin.
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